Sketche

Die armen Reichen (2017) Personen: Mr. und Mrs. Snobilsky

                                  Rose (Köchin), Lilly (Zimmermädchen)

                                   Die fesche Lola

                Background-Chor

                Konzept und Gesamtleitung: Werner Zieß

Ouvertüre 

Mit dem ersten Ton erscheint das Plakat „Die armen Reichen“. Der Chor positioniert sich.

Dann erscheint das Plakat „Personen“, Lilly geht hinter dem Plakat „Personen“ zur Bühne. Plakat „Personen“ geht zügig wieder zurück.

1. Szene:  Rose und Lilly

Lilly rückt Stühle zurecht, stellt Blumen oder dgl. auf den Tisch, putzt Staub

Köchin „Rose“ kommt mit Fahrrad, Regenmantel, Kopftuch

In dem Moment, in dem Rose auf der Bühne erscheint, setzt der Chor ein.

[1] „Ja, mir san mit`m Raderl da“ (F)

Lilly:         Morgen Rose

Rose:      Ist das ein Wetter! Ich bin mit dem Fahrrad gekommen.

               Wenn ich doch ein kleines gebrauchtes Auto hätte! 

[2] „Gold und Silber lieb ich sehr“ (F)

Zu Beginn von Lied [2] gehen Mr. und Mrs. Snobilsky hinter dem "Vorhang" zur Bühne; 

Lilly:        Wir müssen für einen Hungerlohn arbeiten. Unsere Herrschaften schwimmen im Geld

Rose:      Nomen est Omen

Lilly:        Wie meinst du das? 

Rose:      "S n o b i l s k y" - "S n o b - i l s k y"

Rose und Lilly gehen hinter dem Vorhang von der Bühne; Mr. und Mrs. sind jetzt allein auf der Bühne.

2. Szene: Mr. und Mrs. Snobilsky

Mrs. blättert in einer Illustrierten; Mr. geht erregt hin und her.

Mr:         Ich bin so wütend auf Herrn Ritschmann!

Mrs:       Und warum? (Mrs. steht auf)

Mr:         Ich habe ihm erzählt, dass wir eine Yacht gekauft haben und schon unsere ersten Touren hinter     uns        haben. Er sah  mich nur schmunzelnd an, als ich voller Begeisterung unsere Fahrt von Basel bis zur      Mosel und eine zweite  sogar von Passau fast bis zum Schwarzen Meer schilderte.

               – ich dachte, warum lächelt der so komisch?

               Dann endlich begann er zu sprechen <Ist eure Yacht seetüchtig? – Nein? – Wir haben gerade einen Törn                   hinter  uns zu den Azoren.

               – Vor einigen Monaten sind wir an der Westküste Afrikas bis zur Südspitze gefahren. – Auf    den                                 Binnengewässern herum zu dümpeln, nein, das wäre nichts für mich! > –

[3] Alo ahé , so klingt's auf See (F)

Mrs:        Siehste! – Ich habe doch immer wieder gesagt: Leg noch 400 oder 500 Tausender dazu und kauf was                          Vernünftiges!

Mr       Du hast gut reden! – Dann wäre dein über alles geliebtes Ferienparadies auf Soerabaya draufgegangen!

[4]       Am weißen Strand von Soerabaya  (D)

Mrs     Fang nicht damit an! – Dein Luxus-Anwesen auf Hawaii wäre mit Sicherheit vor Soerabaya an der Reihe gewesen. Im letzten Jahr waren wir  nur zwei Wochenenden auf Hawaii, aber über fünf Wochen am Strand von Soerabaya.

[5]       Eine Insel aus Träumen geboren  (C-Dur)

Mr       Du verschwendest unser Geld! -     Kannst du deine Garderobe nicht in Hamburg oder München kaufen? – Muss es denn immer Paris oder gar New York sein?

Mrs    Das sind doch Lappalien! – Willst du mir etwa vorschreiben, wo ich meine Kleidung kaufe?! – Möchtest du, dass ich wie eine einfache Bürgersfrau herumlaufe?!

            Du machst mir den Vorwurf, ich  verschwende unser Geld. Wie war denn die Situation, als du unser Flugzeug gekauft hast? – Nein, ein gebrauchter  Flieger kam nicht in Frage! Es musste eine nagelnahe Cessna sein!“ –

Mr       Du kannst doch nicht mitreden. Du sitzt doch beim Starten des Fliegers immer käsebleich mit Scheuklappen  in der Mitte und schluckst Pillen gegen deine Höllenangst!

            Du genießt es doch nicht, wenn man, dem Himmel so nah, über Land und Meer gleitet, wenn die Inseln silbern und hell im Morgenlicht flimmern.

[6]       Ich grüß meine Insel im Sonnenlicht   (C-Dur)

Mr. geht träumend und gestikulierend  hin und her, dann plötzlich: 

Mr       Und wie ist es mit deinen Schönheits-Operationen? – Weißt Du, wieviel die kosten? – Wenn das so weiter geht, müssen wir unseren Fahrzeugpark drastisch abspecken! –

Mrs     Soll ich mich etwa mit einem popligen Mercedes  kutschieren lassen? –

Mr       Und deine Sitzungen bei Professor Dr. Himmel …“ –

Mrs     Ich leide dauernd unter Depressionen, seit ich erfahren habe, dass du unser Geld mit dem Flittchen von dem Eros-Center…

[7]       Ich bin die fesche Lola, der Liebling der Saison  (G-Dur)

Auftritt von Lola

Kleine Pause. Frau Rose erscheint mit Kochhaube, unbemerkt von den Herrschaften, sie tritt wieder zur Seite.

Mr.      Übrigens, Frau Rose kam gestern zu mir und meinte, sie sei doch schon Jahrzehnte bei             uns angestellt, bereits  bei deinem Vater hätte sie       gewissenhaft für uns gearbeitet. Und             dann fing sie an, über ihre schwierige finanzielle Lage seit dem Tode ihres Mannes      zu             jammern.

Mrs     Und?

Mr       Sie fragte, ob ich ihr Gehalt etwas erhöhen könnte – vielleicht um 200 €.

Mrs     Und?

Mr       Ich habe ihr erklärt, wir seien zurzeit  wegen der politischen Unruhen nicht so flüssig.  –

Er fügt leise hinzu (sich zum Publikum wendend):

Das einfache Volk tratscht doch. Ich stell mir vor, ich gäbe ihr 200 €, dann kämen am nächsten Tag die Köchin, die Zimmermädchen, der Chauffeur und mit Sicherheit der Gärtner! –

Mrs     Und auch der Verwalter – und der wäre mit 200 € keineswegs zufrieden!

[8]       Wer soll das bezahlen

Rose, die das Gespräch mitbekommen hat,  tritt hervor:

Rose: „Das Essen ist angerichtet.“

Rose zieht sich schnell zurück

 

Szenenwechsel  Rose und Lilly gehen hinter dem Vorhang zur Bühne. Mr. und Mrs treten dann hinter den Vorhang. Der Vorhang bleibt auf der Bühne

 

Rose: „Um auf unser Eingangsgespräch zurückzukommen:  Nachdem ich zufällig die finanzielle Situation unserer Herrschaften erfahren habe, komme ich zu folgender Erkenntnis: Ich muss jeden Cent umdrehen, aber ich möchte nicht mit Frau Snobilsky. tauschen, denn  unsere Herrschaften sind noch sehr viel ärmer dran als wir!“

Alle Akteure erscheinen auf der Bühne, während  das Akkordeon  das Thema improvisiert und variiert.  (D)

Wenn alle Akteure sich auf der Bühne aufgestellt haben: =>

[9]       Was frag ich viel nach Geld und Gut  (D)

Anschließend: Schlussakkord als Zeichen, sich zu verbeugen bis der Akkord aufhört.

 

  Violin-Virtuose Antonio

 Kurze belanglose Mitteilung an die Gäste => Handy ertönt => Antonio wird gleich kommen.er war vorhin bereits an der Bülte !!! =>Antonio tritt auf => Toupet, lockere knall-bunte Jacke

Er spielt wenige Takte aus

        Carmen von George Bizet: „Auf in den Kampf“

" Haben Sie das Werk erkannt?" =>

 „Einzug der Isolatoren“ aus der Oper „Elektra“ von „Siemens und Halske“    

Er spielt noch einmal das Carmen-Motiv =>

        Carmen von George Bizet: „Auf in den Kampf“

 Er unterbricht  sein Spiel "Hatte ich mich denn schon vorgestellt?" -

 "Bei Veranstaltungen in Italien nennt man mich  „Antonio“ , In Frankreich heiße ich Antoine und in Deutschland Anton oder Toni. Oft versuche ich, den jeweiligen Dialekt nachzuahmen."

       „Wo die Weser einen großen Bogen macht, …“

 => Umdisponieren =>

 „Stracciatella“ von Fürst  Pückler in der Bearbeitung von Dr. Öttgers mit einer Kadenz in cis-moll

           „In einer kleinen Konditorei"

 Wissen Sie überhaupt, was eine Kadenz ist?

 Die Komponisten sparen Teile des Werkes aus, damit der Virtuose diese Lücken füllen und damit beweisen kann, was er alles kann.

 Ich bitte jetzt um äußerste Konzentration.

((Wenn völlige Stille herrscht)) Dann wird die Geige gestimmt.

  Meine Geige: hochwertig und teuer, da sie mal bei einer Stradivari gelegen hat, Hals an Hals => 2800 €

   „Wenn bei Capri“

Unterbricht nach wenigen Tönen. =>  Klamme Finger, da das Taxi auf sich warten ließ => Fingerübungen =>

Wer zufällig die Melodie erkennt, darf gerne mitsingen oder mitsummen.

    •  „Alle Jahre wieder“

 Die Stracciatella dauert ca.18 Minuten, dazu die Kadenz von 8 Minuten vom Künstler => 18 + 8 + 4 Minuten für Beifall und 3 Minuten für eine Zugabe => zu lang! => Umdisponieren

 Es folgt jetzt ein Stück aus einer Oper.

Wie heißt doch noch die Oper?    => Zettelwirtschaft!!

 „Zweier-Kajak mit Steuermann“ in der überschwemmten Stadt => „Aqua strada“  (Venedig, Gondel)

    • „Schwer mit den Schätzen)

        . „Barkarole“ aus „Hoffmanns Erzählungen“

 Notenblatt umdrehen  => Zeichen für Partner: Handy ertönt!

 „Antonio, das Taxi wartet !!!“

 => fluchtartiges Verlassen des Saales

 Ohne Toupet , aber mit Geige zurück: =>

 „Antonio lässt sich entschuldigen; er  hat heute noch einen Auftritt in Hannover und musste deshalb schnell zum Bahnhof!“

– „Das ist ein aufgeregtes Hemd! Er hat nur den leeren Geigenkasten mitgenommen!“

Oldenvillage-Mode 2018

Personen: Moderator, 2 Mannequins Veruschka aus Kattowitz und Miranda-Marcelli aus Sorrent, Background-Chor mit Akkordeon

Musik (Eröffnung): Wir sind aus Altendorf (B-Dur)

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Hochverehrtes Publikum, Paris ist nicht mehr die Hauptstadt der Damen-Mode.  Die modebewusste Dame schaut auch nicht mehr nach Rom, London, New York, sondern nach Oldenvillage – zu Deutsch: Altendorf -  denn diese einfallsreiche Oldenvillage-Mode hat der Haute Couture ganz neue Akzente gegeben:

Für jeden Anlass das richtige Kleid und die dazu passenden Accessoires.

Alle Modeschöpfer müssen es zugeben: Die Oldenvillage-Mode wird in der Welt der Haute Couture führend bleiben!

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Die Top-Mannequins Veruschka aus Kattowice und Miranda-Marcelli aus Sorrent zeigen uns jetzt die neueste Kollektion, was die gutangezogene Dame tragen soll und wird.

Die beiden Mannequins stellen sich kurz vor, treten wieder ab.

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Der Tag fängt bekanntlich mit dem Frühstück an, und als Frühstückskleid hat unser Model Veruschka dieses neue Kleid gewählt:

Musik: Wir haben Hunger :// haben Durst. Und das nicht nur zur Sommerzeit (C, g e d c)

 (Veruschka erscheint in türkisfarbener Kittelschürze)

Ein einfaches ärmelloses, türkisbuntes Kleid im Kittel-Look aus reiner Baumwolle, vorne geknöpft.

Dieses einfache Frühstückskleid hat unser Model in Anbetracht des Wassermonats Oktober gewählt

Sehr chic, meine Damen und Herren!

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Nach dem Frühstück macht die Dame sich zum Einkaufsbummel in die Stadt auf.

Musik: Wir wandern ja so gerne am Rennsteig durch das Land (G, d h)

 (Model Miranda-Marcelli erscheint im gleichen Kittel mit Plastiktüte):

Miranda-Marcelli trägt ein einfaches ärmelloses, türkisbuntes Kleid im Kittel-Look aus reiner Baumwolle, vorne geknöpft.

 Als Accessoire trägt sie dazu eine Einkaufstasche aus feinstem Plastik der Firma Minimal in gewagter Kontrastfarbe.

 Etwas frech diese Zusammenstellung, aber überzeugend!

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Die Dame hat sich nach dem Einkaufsbummel mit Freundinnen zum Lunch in der Stadt verabredet, und die Freundinnen sind gespannt, so wie wir, was das Model Veruschka zum Lunch in der Stadt tragen wird.  

Musik: Schatz, sag doch nicht immer wieder Dicker (D, fis)

(Model Veruschka erscheint im gleichen Kittel mit Lätzchen):

Ein einfaches ärmelloses, türkisbuntes Kleid im Kittel-Look aus reiner Baumwolle, vorne geknöpft.

Dazu trägt sie ein kleines Lätzchen – bunt bedruckt- was unser Model viel jünger erscheinen lässt.

 Freilich hat sie es nicht nötig, jung auszusehen, aber ihre Mode soll auch für Damen älteren Jahrgangs sein.

 Vielen Dank, Veruschka, dass du auch an die Damen über 70, die jung wirken wollen, gedacht hast!

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Unsere Dame hat sich viel zu lange beim Lunch in der Stadt aufhalten lassen – aber ihre Freundinnen wollten viele Modetipps von ihnen haben. Jetzt heißt es schnell zurück nach Haus und sich für die Sportstunde anziehen.

Mit höchster Spannung warten wir auf die Damen-Sportmode, und hier ist sie:

 Musik: Er steht im Tor, im Tor und ich dahinter (GG, hagfis)

(Beide Models erscheinen im gleichen Kittel mit Fußball):

Beide tragen einfache ärmellose, türkisbunte Kleider im Kittel-Look aus reiner Baumwolle, vorne geknöpft.

O, welcher Einfallsreichtum! Der aus reinem Vollrindleder handgenähte Fußball in Rundform ist einfach Spitze!

Ja, meine Damen, diese Sportkleider gefallen uns sehr!

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Nach der Sportstunde ist unsere Dame von ihrer alten konservativen Tante Mathilde zum Kaffee eingeladen. Sie will auffallen – aber nicht unangenehm – denn sie weiß, ihr Kleid mit den passenden Accessoires muss den dort versammelten konservativen Damen angepasst sein. Eine schwere Aufgabe, aber meisterhaft gelöst.

Musik: In einer kleinen Konditorei (F, c-f)

(Model Miranda erscheint im gleichen Kittel mit einer Fliegennetz-Tortenhaube als Hut.):

Ein einfaches ärmelloses, türkisbuntes Kleid im Kittel-Look aus reiner Baumwolle, vorne geknöpft.

Und der Hut aus feiner, weißer Baumwollspitze in Form einer Tortenhaube.

Wie immer ist unser Model Miranda Marcelli korrekt, chic und einfallsreich angezogen. Das wird der alten Tante Mathilde und den übrigen Gästen auch gefallen.

Schon bald werden alle Damen in Oldenvillage und der übrigen Welt diese Hutform tragen!

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Der Tag neigt sich dem Ende zu. Es wird Abend. Und nun sind wir sehr gespannt! Was tragen unsere Modelle am Abend?

Musik: Wenn die Sonne hinter den Dächern versinkt (C, g-gis-a, )

(Beide Modelle erscheinen im gleichen Kittel mit einer Taschenlampe.):

Einfache ärmellose, türkisbunte Kleider im Kittel-Look aus reiner Baumwolle, vorne geknöpft, dazu eine 2-Batterien-Taschenlampe in Silberlook!

Ja, meine Damen und Herren, das leuchtet uns allen ein!

(Modelle leuchten ins Publikum und gehen ab.)

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Und nun zum Schluss das Brautkleid!

Bitte, Bühne frei für unser Model Veruschka als Braut und Miranda-Marcelli als Bräutigam

 Musik: Muchacha, wem gehört dein Herz (C, g e)

(Model Veruschka erscheint im gleichen Kittel mit Gardinenschleier in Begleitung von Miranda-Marcelli Sie schieben einen Kinderwagen.):

Ein einfaches ärmelloses, türkisbuntes Kleid im Kittel-Look aus reiner Baumwolle, vorne geknöpft.

Applaus! Applaus! Für die Oldenvillage- Mode – einfallsreich, chic, immer passend und preiswert – ein Gesichtspunkt, den die Ehemänner zu schätzen wissen!

Vielen Dank unseren Modells Veruschka aus Kattowice und Miranda-Marcelli aus Sorrent.

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Musik, alle Akteure: Es war in einer Frühlingsnacht,   (F)

Requisiten: Plastiktüte, Lätzchen, Lederfußball, Gaze-Tortenhaube, Silber-Taschenlampe, Kinderwagen mit Baby-Puppe, Gardinen-Schleier, bunte Kittelschürzevillage